Neben Paris waren wir auch in Berlin und Dortmund bei Demonstrationen mit einem kleinen Redebeitrag vertreten. Einen bericht zum klassenkämpferischen Block in Berlin findet ihr hier: [B] Bericht und Fotos vom 30. April & 1. Mai 2018 | de.indymedia.org

Und hier gibt es einen kurzen Bericht zur anarchistischen 1. Mai Demonstration in Dortmund: Fotostrcke und Bericht: DGB mobilisiert in Dortmund zum 1. Mai für mehr Solidarität, Gerechtigkeit und Vielfalt – Nordstadtblogger

Redebeitrag von Make amazon Pay am 1. Mai Berlin und Dortmund:

 

Warum haben wir uns vor einem halben Jahr mit einigen wenigen Aktivisten entschlossen das Bündniss „make amazon pay“ zu gründen?

 

Weil wir es nicht richtig finden zu glauben, dass der Kampf um eine bessere Welt ohne den Kampf um die Bedingungen der Produktion, der Verteilung von Gütern und die soziale Reproduktion zu führen ist. Die Orte dieses Kampfes sind die Fabriken, die Lager und Kaufhäuser ebenso wie Altenheime und Krankenhäuser.

 

Weil wir denken, dass der „Abschied vom Proletariat“ ein falscher Gedanke ist, weil die Produktion nicht abgeschafft wurde, sondern in die Länder des Südens verschoben wurde. Noch nie waren in der Menschheitsgeschichte so viele Frauen und Männer proletarisiert in der unmittelbaren, fabrikmäßigen Herstellung von Gütern involviert.

 

Weil wir wissen, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt nicht dazu taugt, die Menschen überflüssig zu machem oder gar vom Joch der Lohnarbeit zu befreien. Weil fortgeschrittene Sensorik und automotaisierte Datenanalyse, wie bei Amazon, genutzt werden, um immer feinere Netzte der Kontrolle über die Arbeiterin und den Arbeiter zu spannen.

 

Weil Amazon als Vorreiter einer »digitalen Taylorisierung« in Form von lückenloser Kontrolle eine maschinelle Menschensteuerung als Arbeitsmodell der Zukunft durchsetzen will, ob nun in den ­Lagerhallen durch den Handscanner oder für die Crowdworker durch die Plattform Mechanical Turk.

 

Weil wir wissen, dass die konkreten Arbeitsbedingungen im digitalen Kapitalismus, wie in den hochmodernen Verteilzentren bei Amazon mehr Stress, mehr Überwachung und weniger Lohn bedeuten.

 

Weil, der Kampf um Arbeitnehmerrechte bei Amazon uns alle angeht. Das liegt daran, dass es sich bei den fünfjährigen Auseinandersetzungen nicht in erster Linie um einen Lohnkonflikt handelt. Der Weltmarktführer des Onlinehandels weigert sich prinzipiell, mit Gewerkschaften zu verhandeln oder gar Tarifverträge abzuschließen. Es geht um die Frage, welche Zukunft kollektive Interessenvertretungen in Betrieben haben werden.

 

Weil der Kampf der Amazon Beschäftigten ein transnationaler Kampf sein wird. Die transnationale Solidarität der Beschäftigten bei Amazon ist Vorraussetzung zur Durchsetzung der eigenen Anerkennung als nationale Interessensvertretung. Dieser Kampf kann nicht ohne Niederlage in die Logik des Standortwettbewerbs gezwungen werden.

 

Weil, uns die Entschlossenheit nicht nachzulassen, nicht aufzugeben, der Amazon Beschäftigten faziniert. Weil in ihrem tagtäglichen Widerstand gegen Schikanen und Zumutungen durch das Amazon Management aufblitzt, es geht hier nicht nur um die Lohnhöhe, es geht „um´s Prinzip“. Es geht um Mitbestimmung über den Arbeitsprozess, um Selbstachtung und Würde!

Weil wir wissen, dass die Kämpfe in der Logistik zusammengedacht und zusammengebracht werden müssen, mit den Kämpfen um die Arbeitsbedigungen in den Krankenhäuser und Altenheimen. Weil es darum geht, in einem „sozialen Streik“ sich gegenseitig zu unterstützen, neue Perspektiven aufzunehmen und gemeinsam über eine Perspektive jenseits „marktförmiger Zurichtung“ zu streiten.

Deshalb werdet Teil oder unterstützt  „make amazon pay“, bringt eure Erfahrungen, euer Wissen, euer Widerständigkeit mitein und lasst am nächsten Black Friday gemeinsam mit den Amazon Beschäftigten vor den Werkstoren wieder die Losung verkünden:

 

Strike hard, Have fun, Make Capitalism histroy!